Interview mit Christian Baumann

Vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit Christian Baumann, 2. Vorstand des Fachverein der Schäffler München, geführt. Christian war mir eine unerschöpfliche Quelle für alle Informationen über die Schäfflertradition bei der Recherche zu “Der Tanz der Schäfflerin” und “Das Schicksal der Schäfflerin”. Im Interview erzählt er über Hintergründe und Geschichte des Schäfflertanzes.

Lieber Christian,
ich möchte den Lesern gerne Hintergrundinformationen über den Berufsstand der Schäffler und den Schäfflertanz heutzutage geben, danke dass du meiner Einladung zu einem Gespräch über die Tradition der Schäffler gefolgt bist.

YW: Seit wann gibt es denn den Beruf des Schäfflers?

CB: Den Berufsstand des Schäfflers gibt es in München etwa seit dem 12. Jahrhundert. Fässer waren Alltagsgebrauchsgegenstände, die für Lebensmittellagerung oder Transport genutzt wurden. Somit war der Beruf des Schäfflers ein notwendiger und angesehener Beruf.

YW: Es geht die Legende, dass 1517 der Schäfflertanz zum ersten Mal aufgeführt wurde.

CB: Der Schäfflertanz ist wahrscheinlich sogar noch älter, datiert eher bis 1463, aber das ist nicht belegbar. Man einigte sich auf das Datum 1517, damals gab es nachweislich Pestzeiten.

YW: Auf der Internetseite des Fachvereins der Schäffler Münchens (der Verein der Schäfflergesellen, der aus der ehemaligen Schäfflerzunft entstand) steht, es gibt eine Geschichte über den Ursprung des Tanzes. Kannst du uns etwas über den Ursprung dieser Geschichte sagen?

CB: Der Verfasser dieser Geschichte ist unbekannt. Und gefunden haben wir sie auf dem Speicher der Schäfflerunterkunft …
Einmal sind beinahe die geschnitzten Löwen unseres Zunftwappens einer Aufräumaktion zum Opfer gefallen. Der Vorsitzende konnte sie gerade noch vom Container retten. Ein silbernes Bindezeug war zum Beispiel auch immer ein sehr wichtiges von Generation zu Generation weiter gegebenes Utensil.

YW: Was ist ein Bindezeug?

CB: Das silberne Bindezeug besteht aus verschiedenen Werkzeugen, das ein Schäffler der Zunft bei besonderen Anlässen immer mitführte. Ein sogenanntes „symbolisches Werkzeug“. Es besteht aus kleinen Schnitzmessern und auch Werkzeuge zum Durchziehen von Weiden. Wenn sie dann feiern waren und nicht genug Geld für die Zeche dabei hatten, haben sie manchmal das kunstvolle Werkzeug beim Wirt gelassen und es dann am nächsten Tag wieder ausgelöst.

YW: Der Tanz wurde erstmals 1702 dokumentiert.

CB: Diese Dokumentation liegt einer Rechnung zugrunde, die an den Magistrat geschickt wurde. Aber bestimmt gab es bereits vorher Dokumentationen, die über die Jahre verloren gegangen sind.

YW: Was hat es mit der Rolle des Reifenschwingers beim Tanz auf sich?

CB: Der Reifen den der Reifenschwinger kunstvoll über seinem Kopfe beim Tanz schwingt, symbolisiert den Kopf-, Hals- oder Bauchreifen des Fasses, in dem ein volles Glas mit Wein steht und dabei soll am Ende des Schwingens kein Tropfen verloren gegangen sein.

YW: Du hast vorhin vom Zunftzeichen der Schäffler gesprochen. Kannst du uns beschreiben, wie es aussieht?

CB: Das sind zwei zueinander gewandte bayrische Löwen, die ein Fass halten. Die Löwen tragen Kronen auf ihren Häuptern. Die einzigen Zünfte, die die Krone im Zeichen führen durften, waren die Bäcker und die Schäffler. Sie waren ehrsame Handwerke, da sie beispielsweise keine Leben nahmen aber dennoch wichtige Dinge zum Leben herstellten. Die Schäffler bekamen es als Dank und Mahnung für den Tanz – sie brachten ja die verängstigen Menschen wieder dazu, Lebensmut zu bekommen – und die Bäcker haben es bekommen, weil sie Ludwig den Bayern bei der Schlacht zu Anzing unterstützt haben.
Zurück zum Zunftzeichen – auf dem Fass ist ein Zirkel, mit dem man den Boden des Fasses aufzeichnet, außerdem ein Hammer und ein Schlegel, also Werkzeuge der Schäffler.

YW: Bis auf wenige Ausnahmen findet der Schäfflertanz alle sieben Jahre statt. Wieso ausgerechnet sieben Jahre? Liegt das an der Magie der Zahl 7?

CB: Eine Version ist, dass es sieben Handwerksbräuche gab, die ihren Beitrag für die Öffentlichkeit zu leisten hatten, von denen nur der Brauch der Schäffler übrig geblieben ist. Und: ja, die sieben ist eine mystische Zahl, eine Glückszahl, alle sieben Jahre ändert man etwas in seinem Leben, und wir haben sieben Tanzfiguren. Eine weitere Erklärung: die Pest soll in früherer Zeit alle sieben Jahre verstärkt aufgetreten sein, durch die Aufführung des Tanzes in diesem Rhythmus sollte der Pest Einhalt geboten werden. Es gibt auf jeden Fall mehrere Erklärungen dafür.

YW: Wie haltet ihr es mit den Proben? Nach sieben Jahren gibt es doch sicher eine ganz andere Besetzung?

CB: Nach dem Oktoberfest, im Jahr bevor getanzt wird, beginnen die Proben. Wir treffen uns zweimal die Woche, jeweils für zwei bis drei Stunden. Das geht so bis Weihnachten. In der Zwischenzeit bekommen die neuen Tänzer ihre Kostüme, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr machen wir eine Pause, dann zwischen Neujahr und dem 5. Januar ist die Hochzeit der Proben. Am 5. Januar findet eine Fahnenübergabe statt. Das ist unsere ureigene Veranstaltung, bei der Freunde und Verwandte der Schäffler anwesend sind. Es ist ein Festakt am Abend vor dem Beginn der Tanzsaison.
An diesem Abend findet unter den strengen Augen der Altschäffler die Generalprobe statt, die dann beurteilen, ob es gut genug ist. Das ist eine Bewährungsprobe für jeden, der neu dabei ist. Die sagen einem unverblümt danach, ob es „was gscheits“ war oder nicht. Am 6. Januar findet der erste Tanz am Vormittag vor dem Stadtoberhaupt statt. Die Proben sind sehr intensiv. Wir beginnen mit den Schrittproben, und dann ist da schon manchmal auch ein Passgänger dabei, der dem anderen dann die Schuhe auszieht. Es gibt immer wieder mal nach den ersten Tanzproben Männer, die aufgeben und wieder aussteigen. Man muss auf jeden Fall fit sein, die Tanzsaison dauert vierzig Tage, pro Tag haben wir im Schnitt zehn Auftritte. Ich habe einmal gezählt: 850.000 Schritte habe ich während einer Saison getanzt…
Wenn es zwischen den sieben Jahren einen Auftritt außer der Reihe gibt, proben wir dann eine Woche vorher, gehen das Ganze drei- bis viermal durch, auch mit den Ersatzleuten.

YW: Wie werden die Schrittfolgen dokumentiert?

CB: Eigentlich werden sie weitergegeben vom Tanzmeister zur Tanzgruppe und von dieser zur nächsten Tanzgruppe. Ich habe zwar für mich Aufzeichnungen, wer wo steht, aber ansonsten wird es nur von Gruppe zu Gruppe weitergegeben. Natürlich haben wir heutzutage auch Filmdokumente. Manche Figuren, die Laube zum Beispiel, ist so kompliziert, dass man genau an der richtigen Position stehen muss. Wenn einer nur falsch steht, funktioniert die ganze Figur nicht.

YW: Woher bekommt ihr die Tänzer? Früher war es einfach, da gab es viele Schäfflergesellen. Aber bei nur einer Schäfflerei in ganz München dürfte das schwierig werden…

CB: Viele kommen über Tänzer, die schon mitmachen, Freunde, Bekannte oder auch Interessierte die den Traditionen treu sind. Ein Tänzer ist uns immer nachgefahren und hat sich mindestens einhundertzwanzig Tänze angeschaut. Als wir ihn angesprochen haben, hat er gesagt, dass er gerne mitmachen würde, weil es ihm so gut gefällt und nun ist er mit Leib und Seele dabei. Auch jüngere Leute begeistern sich dafür. Der Schäfflerverein ist natürlich auch dankbar. Bei anderen Vereinen, wie etwa ein Trachtenverein ist eventuell alle vierzehn Tage etwas, wir haben alle sieben Jahre eine Saison und alle drei Monate eine Versammlung. Da werden dann die anliegenden Dinge besprochen. Wir sind beispielsweise auch bei der Fronleichnamsprozession unserer Stammkirche, der Peterskirche dabei und beim Oktoberfestumzug. Wenn ein Tanz außer der Reihe stattfinden soll, muss das von der Versammlung bzw. der Vorstandschaft abgesegnet werden, denn die Besonderheit soll auf jeden Fall bewahrt werden. Selbst wenn ein Schäffler heiratet, bekommt er nicht automatisch einen Tanz. Spalier ja, aber der Tanz an sich bleibt etwas Besonderes.

YW: Früher tanzten nur junge Männer zwischen achtzehn und fünfundzwanzig, die nicht verheiratet waren. Wie kam das?

CB: Ganz früher war das eben das Alter der Gesellen. In der früheren neuen Zeit war es so, weil die Familie einen in der Tanzsaison selten sieht. Man ist etwa sechs Wochen nur unterwegs. Und das muss die Frau oder die ganze Familie erst einmal verkraften. Heute stellt sich ein neuer Tänzer vor, wenn er aufgenommen wird, hat er ein Jahr Probezeit. Danach wird darüber abgestimmt, ob er aufgenommen wird. In alter Zeit mußte der Tänzer moralisch würdig und einen einwandfreien Leumund haben, musste unverheiratet, sowie in Bayern geboren und Schäfflergeselle sein. Außerdem mindestens 2 Jahre in München wohnhaft und körperlich gewandt und kräftig sein.

YW: Gibt es ein Aufnahmeritual?

CB: Nein, der Anwärter stellt sich nur ganz normal vor. Alter, Beruf, Familienstand, warum er in Erwägung zieht, mitzumachen. Manche sehen das nur als Jux und Dollerei, als Faschingsbelustigung und das ist es ganz sicher nicht.

YW: Jetzt eine ganz wichtige Frage: Was wäre, wenn sich eine Frau bewirbt?

CB: Ganz schwierig! Schäffler ist ein Männerberuf, ein schwerer Beruf, bei dem man an körperliche Grenzen stößt. Sie müssen schwer schleppen, zum Teil im Freien arbeiten. Sicher gibt es heute auch Frauen, die Fässer stemmen können. Aber das ist halt Tradition. Wir hatten auch das Thema schon einmal in der Versammlung, aber wir haben unseren Vereinsspruch: „Einig fest“. Da waren sich alle einig. Aber der ganze Tanz ginge gar nicht ohne Frauen im Hintergrund. Allein bei der Vorbereitung, sind alle Frauen, Lebensgefährtinnen, Freundinnen, die möchten, integriert. Das hat auch nicht nur mit Pflege und Reinigung der Kostüme zu tun, sondern beginnt beim Aussuchen der Stoffe, der Materialien. Wir haben während der Saison ein Schäfflerbüro, das wird von Damen geführt. Dann gibt es die „Haubenfanni“, die sich während der Zeit in der Herberge um die Kostüme kümmert.

YW: Wir haben vorher über den 7-Jahre-Rhythmus gesprochen, aber du sagst, es gibt Ausnahmen, zu denen der Tanz außer der Reihe getanzt wird, so wie auch in meiner Geschichte, „Der Tanz der Schäfflerin“. Was sind das für Anlässe?

CB: 1906 Einweihung des deutschen Museums – 1958 der 800.ste Stadtgeburtstag – 1972 die Olympiade, zum Beispiel. Oder auch das Jubiläum der Mariensäule, sowie große Jubiläen der Münchner Brauereien. Auch bei der Glockenweihe und fünfhundert Jahre Liebfrauendom oder als die Fresken in St. Peter wieder komplett renoviert waren. Alle zwei Jahre veranstaltet der Verein der Münchner Brauereien den Brauertag. Fass und Bier liegen schließlich nahe beieinander. Die einen machen das, was hineingehört und die anderen das, was drumherum ist.

YW: Wie werden die Rollen festgelegt – wer Vortänzer ist, Reifenschwinger, Hanswurst?

CB: Das findet bei den Proben statt. Wir treffen uns in einer Münchner Brauerei, einer sehr bekannten, die fast so alt ist, wie das Schäfflerhandwerk in München. Zuerst fragt man, wer an was Interesse hat. Wir orientieren uns auch an der Größe. Die ersten vier sollten gleichgroß sein. Die Tänzer in der Mitte der 10 sollten nicht allzu groß sein, denn bei einer Figur, dem Kreuz, sind sie die Durchhupfer, die unter den Bögen durch müssen. Wenn sie sehr groß sind, gibt das Schwierigkeiten.

YW: Wie ist das bei den Vortänzern?

CB: Bei den Vortänzern gibt es eine Besonderheit, die werden von der Tanzgruppe gewählt. Wenn niemand dagegen ist, dass der Vortänzer von der vorigen Saison weitermacht, bleibt er es. Sonst wird gewählt. Die vorgeschlagenen Kandidaten müssen den Raum verlassen und dann wird abgestimmt.

YW: Wieviel Tänzer gibt es überhaupt?

CB: Es gibt zwei Züge à zehn Tänzer, also zwanzig. Dann haben wir zwei Hanswurschten – also Kasperl, zwei Reifenschwinger und einen Fähnrich. Außerdem natürlich Ersatztänzer, falls jemand krank wird oder sich verletzt.

YW: Kannst du uns etwas über den Tagesablauf eines Schäfflertänzers während der Saison erzählen?

CB: In der Früh treffen wir uns zwischen halb sieben und halb acht in der Herberge. Da werden dann das über Nacht gereinigte Gewand und die frisch besohlten Schuhe geliefert und die Tänzer kleiden sich an. Dann frühstücken wir gemeinsam, meistens Kuchen. Ebenso wird der Tagesablauf und die Route besprochen. In Schulen und Kindergärten sind wir meistens am Vormittag, ab Mittag dann bei Firmen, Jubiläen, Geburtstagen, Seniorenheimen oder auch Faschingsbällen, eben dort, wo wir engagiert werden. Die Tänze finden bis auf wenige Ausnahmen im Freien statt. Wir sind Straßentänzer. Abends zum Ausklang rücken wir wieder in der Herberge ein. Am Morgen rücken wir auch traditionell aus. Wir marschieren mit Blasmusik aus der Herberge aus, dann wird vor der Herberge ein Kreis gegangen, und wir machen einen Gruß, das heißt, die Reifen und die Fahne werden gesenkt. Dann marschieren wir durch die Fußgängerzone in die Seitenstraße, wo der Bus steht. Wir laden ein, dann geht es los.

YW: Du hast gesagt, die Tanzzeit dauert von Heilig-Drei-Könige bis Faschingsdienstag. Das bedeutet, dass jeder Tänzer sich in dieser Zeit freinehmen muss.

CB: Ja, da muss man sich seinen Jahresurlaub nehmen. Anders geht es nicht. Man braucht auf jeden Fall einen verständnisvollen Chef.

YW: Kann jeder die Schäffler engagieren?

CB: Ja, jeder kann uns bestellen. Von dem Honorar werden Bus, Kostüme, Musikkapelle und das Buchsreifenbinden, manchmal auch die Renovierung der Fahne finanziert.
Es gibt Stammkunden, die uns alle sieben Jahre wieder bestellen.

YW: Noch einmal zurück in die Vergangenheit. Die Meister durften früher nicht mittanzen. Warum?

CB: Weil es ein reiner Verein der Gesellen war.

YW: Warum werden die Gesichter der Zuschauer heutzutage bemalt?

CB: Mei, damit sie nach ein bisserl mehr ausschauen.
– Gelächter –

CB: Der Hanswurscht hat eine Gretl dabei, die trägt er am Gürtel. Früher hat sie als echte Figur mitgetanzt, ein verkleideter Mann, als Vertretung für die Bauern, die das Volk mit Nahrung versorgt haben, das war die Gretel mit der Buttn. Irgendwann fiel sie der Zeit zum Opfer und stattdessen gab es diese Holzfigur am Gürtel, und unter dem Rock ist die schwarze Farbe. Früher war das Ruß, heute ist es Schminke. Der Strich auf der Nase ist ein Glücksbringer. Er erinnert an die Pest, den schwarzen Tod. Man sollte ihn mindestens bis nach Hause dran lassen.

YW: Wie bist du zum Schäfflertänzer geworden?

CB: Durch die Familie. Mein Bruder hat 1977 die Tradition wieder aufleben lassen. Wir haben einen Großcousin in der Familie, der eine Schäfflerei in Pasing hatte. Ich habe 1982 angefangen und unser Vater kam dann auch noch dazu.

YW: Was ist das Schönste für dich am Schäfflertanz?

CB: Es ist eine gewisse Art von Gefühl für Historie, die man schwer beschreiben kann. Am besten geht es vielleicht mit diesem Beispiel: Am Marienplatz auf dem Turm des Neuen Rathauses ist das Glockenspiel. Seit 1864 ist es dort. Da sind die Ritter dargestellt und die Schäffler. Für die Münchner waren die Schäffler anscheinend schon immer etwas Besonderes. Und das ist es für mich auch, etwas ganz besonderes, dass man da als Tänzer mitwirken darf. Das Dabeisein dürfen. Wir vertreten nicht nur den Berufsstand, sondern München, die Tradition wird ins Land getragen. Jeder der schon einmal in München war, kennt das Glockenspiel und die Schäffler dort oben. Am Alten Rathaus sind zwei Schäffler auf dem Turm, auf dem Viktualienmarkt sind die Schäffler verewigt, an der Ecke Weinstraße, im Färbergraben, wo das Himmelschäfflerhaus stand.

YW: Sicher sind jetzt viele neugierig geworden und möchten den Schäfflertanz einmal sehen. Wann ist denn die nächste Tanzsaison?

CB: 2019, aber in diesem Jahr, 2017, feiern die Münchner Schäffler ihr 500jähriges Bestehen und da wird es sicher einige Tänze geben.

YW: Herzlichen Dank, lieber Christian für das Interview!

Schreibe einen Kommentar